Bei Dividendenaktien suchen viele Anleger zwei Dinge: regelmäßige Einnahmen und Unternehmen, die diese Zahlungen langfristig erwirtschaften können. In Österreich kommen dafür Titel aus unterschiedlichen Branchen infrage, von der Post bis zu Versicherungen und Energieversorgern.
Unsere Auswahl umfasst zehn österreichische Aktien. Zu jedem Unternehmen ordnen wir die Höhe und Verlässlichkeit der Dividenden ein und erklären, wie das Geschäft läuft. Damit können Sie beurteilen, welche Titel zu Ihren Erwartungen an laufende Einnahmen passen und welche Risiken Sie dabei eingehen.
Zehn österreichische Dividendenaktien im Überblick
Unsere Auswahl reicht von Energieversorgern und Versicherungen bis zu Banken, Telekommunikation und Industrie. Wir haben dafür drei Dinge betrachtet: die Höhe der Dividende, die Zahlungshistorie und die Ertragskraft des Geschäfts. Die Tabelle ist nach der gerundeten Dividendenrendite am Vergleichsstichtag geordnet. Welche Aktie für Sie interessant ist, hängt auch davon ab, wie viel Wert Sie auf gleichmäßige Zahlungen legen und welche Geschäftsrisiken Sie akzeptieren.
Verglichen werden die Dividenden für das Geschäftsjahr 2025, ausgezahlt im Jahr 2026. Bei EVN ist es das abweichende Geschäftsjahr 2024/25, das am 30. September 2025 endete. Für alle Renditen verwenden wir die Aktienkurse zum Jahresende 2025. Die Prozentwerte sind historische Bruttorenditen, keine aktuellen Kursdaten und keine Prognosen für die nächste Zahlung.
| Aktie | Dividende je Aktie | Rendite zum Jahresendkurs 2025 |
|---|---|---|
| OMV | 4,40 Euro | 9,3 Prozent |
| Österreichische Post | 1,83 Euro | 5,9 Prozent |
| VERBUND | 3,15 Euro | 5,1 Prozent |
| BAWAG Group | 6,25 Euro | 4,8 Prozent |
| UNIQA | 0,72 Euro | 4,7 Prozent |
| ANDRITZ | 2,70 Euro | 4,0 Prozent |
| Telekom Austria / A1 | 0,42 Euro | Rund 4 Prozent |
| STRABAG | 2,90 Euro | 3,6 Prozent |
| EVN | 0,90 Euro | 3,3 Prozent |
| Vienna Insurance Group | 1,73 Euro | 2,6 Prozent |
Datengrundlage: die in den Unternehmensprofilen verlinkten Dividendenangaben und Geschäftsberichte. Bei EVN betrifft die Zahlung das Geschäftsjahr 2024/25. Die A1-Rendite ist die gerundete Angabe des Unternehmens für das Jahresende 2025. Die übrigen Werte sind auf eine Nachkommastelle gerundet.
OMV und Post bieten in diesem Vergleich die höchsten Ausschüttungsrenditen. Bei VERBUND erhöht eine Sonderdividende den Gesamtbetrag deutlich. Wer besonders auf die Zahlungshistorie achtet, findet mit EVN, VIG und A1 andere interessante Kandidaten. BAWAG und die Industrieunternehmen ergänzen die Auswahl um weitere Geschäftsmodelle.
Die besten österreichischen Dividendentitel 2026
Die folgenden Porträts zeigen, womit die Unternehmen ihr Geld verdienen und wie sich ihre Dividenden entwickelt haben. Sie erfahren auch, was für die jeweilige Aktie spricht und wo ihre Schwächen liegen.
OMV: Hohe Dividende aus Energie und Chemie
Viele kennen OMV von der Tankstelle. Das Unternehmen ist aber schon tätig, bevor Kraftstoff verkauft wird: Es fördert Öl und Gas, verarbeitet Rohöl in Raffinerien und produziert Rohstoffe für die Chemieindustrie. Über die Beteiligung an Borouge International ist OMV außerdem am Kunststoffgeschäft beteiligt. Der Konzern verdient damit an mehreren Stufen der Verarbeitung, bleibt jedoch stark von Energiepreisen und der Nachfrage nach seinen Produkten abhängig.
Für Dividendenanleger fällt zunächst die hohe Gesamtzahlung auf. Für 2025 wurden 4,40 Euro je Aktie ausgeschüttet. Davon entfielen 3,15 Euro auf die reguläre Dividende und 1,25 Euro auf eine variable Zusatzdividende. Die reguläre Zahlung entwickelte sich über mehrere Jahre nach oben, von 1,85 Euro für 2020 auf zuletzt 3,15 Euro. Bei der Zusatzdividende verlief es umgekehrt: Deshalb sank die Gesamtzahlung von 5,05 Euro für 2023 über 4,75 Euro für 2024 auf 4,40 Euro für 2025.
Für die Planung laufender Einnahmen ist diese Trennung hilfreich. Die historische Rendite von 9,3 Prozent enthält die Zusatzdividende. Die reguläre Zahlung allein ergab zum selben Vergleichskurs 6,6 Prozent. Wer OMV auswählt, beteiligt sich also an einem Unternehmen mit hoher Ausschüttung, dessen Gesamtdividende je nach Geschäftslage schwankt. Ab dem Geschäftsjahr 2026 berücksichtigt eine geänderte Ausschüttungspolitik auch die Dividenden aus Borouge International. Die erste Zahlung nach dieser Regel erfolgt 2027.
Österreichische Post: Ein Zustellnetz im Wandel
Die Post bringt Briefe und Pakete zu Haushalten und Unternehmen. Dazu braucht sie Sortieranlagen, Zusteller und ein dichtes Netz aus Filialen und Postpartnern. Dieses Netz ist ihr großer Vorteil: Ein neuer Konkurrent müsste eine vergleichbare Infrastruktur erst aufbauen. Über die bank99 nutzt die Post ihre Kundennähe auch für Finanzdienstleistungen.
Innerhalb des Kerngeschäfts verschiebt sich das Gewicht. Durch E-Mails und digitale Dokumente werden weniger Briefe verschickt. Der Onlinehandel schafft dagegen Nachfrage nach Paketlieferungen. Für die Post kommt es darauf an, mit dem Paketgeschäft genug zu verdienen, um den Rückgang bei Briefen und die Kosten des Zustellnetzes aufzufangen. Mehr Pakete bedeuten auch Investitionen in Sortierung und Transport.
Aktionäre erhalten einen großen Teil des Gewinns. Die Post strebt eine Ausschüttung von mindestens 75 Prozent des Konzernergebnisses an. Für 2025 zahlte sie wie im Vorjahr 1,83 Euro je Aktie. Bei einem Gewinn von 1,96 Euro je Aktie entspricht das rund 93 Prozent. Das erklärt die hohe Vergleichsrendite von 5,9 Prozent, lässt aber wenig Gewinn übrig, um Rückschläge abzufangen oder Investitionen zu finanzieren.
Die Post passt deshalb eher zu Anlegern, die laufende Einnahmen hoch gewichten und die Entwicklung des Zustellgeschäfts verfolgen möchten. Regelmäßig gezahlt hat sie auch in schwierigeren Jahren, den Betrag aber angepasst. Für 2019 gab es noch 2,08 Euro, für 2020 nur noch 1,60 Euro je Aktie.
VERBUND: Wasserkraft als Stärke, Strompreise als Einflussfaktor
Das Herzstück von VERBUND sind Wasserkraftwerke. Sie erzeugen Strom aus einer erneuerbaren Quelle und können über viele Jahrzehnte genutzt werden. Daneben gehört mit Austrian Power Grid, kurz APG, das österreichische Übertragungsnetz zum Konzern. Dieses transportiert große Strommengen zwischen Regionen und verbindet Österreich mit den Netzen der Nachbarländer.
Für Aktionäre unterscheiden sich diese beiden Geschäfte. Bei der Stromerzeugung beeinflussen der Verkaufspreis und die verfügbare Wassermenge den Gewinn. Im Netzgeschäft geben staatliche Regeln vor, welche Entgelte verrechnet werden dürfen. Strom wird dauerhaft gebraucht, der Gewinn von VERBUND kann trotzdem deutlich schwanken. 2025 belasteten unter anderem die geringe Wasserführung und die staatliche Gewinnabschöpfung das Ergebnis.
Diese Schwankungen zeigen sich auch bei der Dividende. Für 2025 wurden 2 Euro reguläre Dividende und 1,15 Euro Sonderdividende ausgezahlt, insgesamt 3,15 Euro. Die reguläre Zahlung sank gegenüber den 2,80 Euro für 2024. Im Vergleich ergibt die gesamte Ausschüttung 5,1 Prozent Rendite, der reguläre Teil allein 3,2 Prozent.
Für VERBUND sprechen die langlebigen Kraftwerke und die Bedeutung des Stromnetzes. Wer die Aktie wegen ihrer Dividende kauft, sollte bei der Planung auf die reguläre Zahlung achten und Sonderdividenden als zusätzliche Einnahme behandeln. Der Gesamtbetrag hängt stark davon ab, wie ertragreich das jeweilige Jahr ausfällt.
BAWAG Group: Wie das Kreditgeschäft die Dividende trägt
Bei BAWAG investieren Aktionäre in eine Bankengruppe. Zum Geschäft gehören Kredite und Bankdienstleistungen für Privatkunden und Unternehmen. Ein wesentlicher Teil der Einnahmen entsteht aus dem Unterschied zwischen den Zinsen, die die Bank mit Krediten verdient, und den Kosten für ihre Finanzierung, etwa den Zinsen auf Kundeneinlagen. Hinzu kommen Gebühren und Provisionen.
Wie profitabel dieses Geschäft ist, hängt deshalb nicht allein von der Zahl der Kunden ab. Wichtig sind auch die Zinsmarge, die laufenden Kosten und die Frage, wie zuverlässig Kreditnehmer zurückzahlen. Steigen die Kreditausfälle, muss die Bank dafür Vorsorge treffen. Diese Beträge fehlen dann im Gewinn, aus dem die Dividende bezahlt wird.
BAWAG strebt an, 55 Prozent des Nettogewinns als Dividende auszuschütten. In den jüngsten Jahren ist die Zahlung deutlich gestiegen: von 3 Euro für 2021 über 5,50 Euro für 2024 auf 6,25 Euro für 2025. Die zuletzt ausgezahlte Dividende ergibt auf unserer historischen Kursbasis eine Rendite von 4,8 Prozent.
Die Aktie ist damit ein Kandidat für Anleger, die an der Ertragsentwicklung einer Bank teilhaben möchten. Bei der Verlässlichkeit der Zahlungen gehört auch die Bankenaufsicht zum Bild. Die Dividenden für 2019 und 2020 wurden erst 2021 ausgezahlt. Selbst bei ausreichendem Gewinn können aufsichtsrechtliche Vorgaben eine Ausschüttung begrenzen oder verzögern.
UNIQA: Wiederkehrende Beiträge und zuletzt höhere Dividenden
UNIQA versichert unter anderem Autos, Wohnungen, Gesundheit und Leben. Kunden zahlen regelmäßig Beiträge und erhalten dafür Versicherungsschutz. Der Gewinn entsteht daraus, wie gut UNIQA diese Risiken kalkuliert und wie viel nach Versicherungsleistungen und Betriebskosten übrig bleibt. Hinzu kommen Erträge aus Kapitalanlagen.
Viele Verträge laufen über längere Zeit oder werden verlängert. Das schafft eine wiederkehrende Einnahmebasis in Österreich und weiteren europäischen Märkten. Zugleich können etwa schwere Unwetter viele Schäden auf einmal verursachen. Bei Krankenversicherungen beeinflussen steigende Behandlungskosten die Kalkulation. Für Aktionäre ist deshalb wichtig, ob die Beiträge und Kosten langfristig zusammenpassen.
Bei der Dividende hat UNIQA zuletzt zugelegt. Für 2025 wurden 0,72 Euro je Aktie ausgeschüttet, nach 0,60 Euro für 2024 und 0,57 Euro für 2023. Das ergibt in unserem Vergleich 4,7 Prozent Rendite. Bei 1,38 Euro Gewinn je Aktie wurden rund 52 Prozent ausgezahlt. Damit blieb knapp die Hälfte des Gewinns im Unternehmen, passend zum Ziel einer Ausschüttungsquote von 50 bis 60 Prozent.
Diese Kombination aus jüngstem Dividendenwachstum und einbehaltenem Gewinn macht UNIQA für die Auswahl interessant. Die längere Historie zeigt aber auch Einschnitte: Für 2019 und 2020 gab es jeweils nur 0,18 Euro. Für 2011 entfiel die Dividende ganz.
ANDRITZ: Anlagenbau mit einem zusätzlichen Servicegeschäft
Wer eine Papierfabrik betreibt oder ein Wasserkraftwerk ausstattet, braucht spezialisierte Technik. ANDRITZ liefert solche Anlagen und Maschinen, unter anderem für die Zellstoff- und Papierindustrie, Wasserkraft und Metallverarbeitung. Nach der Lieferung bleibt der Konzern häufig über Wartung, Ersatzteile und Modernisierungen mit den Kunden verbunden.
Dieses Servicegeschäft ergänzt die großen Projektaufträge. Neue Anlagen werden vor allem dann bestellt, wenn Kunden investieren wollen und die Finanzierung dafür gesichert ist. Bestehende Anlagen müssen dagegen auch in schwächeren Jahren weiter betrieben und instand gehalten werden. Damit verdient ANDRITZ sowohl an neuen Projekten als auch am laufenden Betrieb installierter Technik.
Ende 2025 lag der Auftragsbestand bei rund 10,5 Milliarden Euro. Das sind bereits bestellte Leistungen, die in den folgenden Perioden abgearbeitet werden sollen. Für die Erträge kommt es darauf an, ob die Projekte zu den kalkulierten Kosten umgesetzt werden. Verschiebungen und Kostenüberschreitungen können die Gewinnspanne verringern.
Die Dividende stieg von 0,50 Euro für 2019 über 1 Euro für 2020 auf 2,70 Euro für 2025. Zuletzt wurden rund 58 Prozent des Gewinns ausgeschüttet. Die Vergleichsrendite liegt bei 4,0 Prozent. ANDRITZ ergänzt die Auswahl um ein Industrieunternehmen, dessen Dividende zuletzt gewachsen ist. Wer die Aktie verfolgt, kann am Auftragseingang erkennen, wie sich die Investitionsbereitschaft der Kunden entwickelt.
Telekom Austria: Regelmäßige Kundenumsätze bei A1
Hinter der Telekom-Austria-Aktie steht die A1 Group. Sie bietet Mobilfunk, Internet und weitere Kommunikationsdienste in Österreich sowie Zentral- und Osteuropa an. Viele Kunden zahlen Monat für Monat für ihren Anschluss oder Tarif. Für Anleger ist diese Vertragsbasis interessant, weil der Konzern laufend Einnahmen erzielt und nicht für jeden Umsatz ein neues Großprojekt gewinnen muss.
Das Netz muss allerdings mit den Ansprüchen der Kunden Schritt halten. Glasfaserausbau, neue Mobilfunktechnik und Frequenzen kosten viel Geld. Zugleich konkurriert A1 mit anderen Anbietern um Tarife und Kunden. Für die Dividende zählt daher, was nach dem laufenden Betrieb und den Investitionen übrig bleibt.
Seit dem Geschäftsjahr 2018 hat A1 die Dividende jedes Jahr erhöht. Sie stieg von 0,21 Euro für 2018 auf 0,42 Euro für 2025. Zuletzt flossen rund 46 Prozent des Gewinns je Aktie an die Aktionäre. Die historische Rendite beträgt nach der gerundeten Unternehmensangabe rund 4 Prozent.
A1 passt in diese Auswahl wegen der jüngsten Erhöhungsserie und des Geschäfts mit regelmäßig zahlenden Kunden. Die jährliche Steigerung fiel schrittweise aus. Wer diesen Ansatz schätzt, sollte verfolgen, ob Umsatz und Mittelzufluss mit den notwendigen Netzinvestitionen mithalten.
STRABAG: Vom Wohnhaus bis zum Infrastrukturprojekt
STRABAG baut Gebäude, Straßen und andere Infrastruktur. Zum Konzern gehören Leistungen von der Planung bis zur Ausführung und zum Betrieb bestimmter Projekte. Die Kunden reichen von privaten Unternehmen bis zur öffentlichen Hand. So hängen die Aufträge sowohl von der Baukonjunktur als auch von öffentlichen Infrastrukturinvestitionen ab.
Das Unternehmen verdient daran, Bauleistungen zu vereinbarten Bedingungen umzusetzen. Bei großen Projekten liegen zwischen Angebot und Fertigstellung oft mehrere Jahre. Steigen in dieser Zeit Material- oder Personalkosten, kommt es darauf an, ob sich die höheren Kosten weitergeben lassen. Auch Verzögerungen können die Kalkulation verändern. Ein hoher Auftragsbestand ist deshalb vor allem eine Grundlage für künftige Arbeit. Den Gewinn bestimmt die Abwicklung dieser Aufträge.
Für 2025 zahlte STRABAG 2,90 Euro je Aktie, nach 2,50 Euro für 2024 und 2,20 Euro für 2023. Mit rund 37 Prozent des Gewinns wurde zuletzt ein vergleichsweise kleiner Teil ausgeschüttet. Der übrige Gewinn stärkt die Finanzierung des Geschäfts und schafft Spielraum für Investitionen.
STRABAG ist damit für Anleger interessant, die am Bau- und Infrastrukturgeschäft teilhaben und zugleich Dividenden erhalten möchten. Die Rendite von 3,6 Prozent gehört auf unserer Vergleichsbasis zum Mittelfeld. Die vom Unternehmen genannte Rendite von 4,1 Prozent beruht auf dem Jahresdurchschnittskurs. Unsere Tabelle nutzt für alle Titel den Jahresendkurs, damit die Werte vergleichbar bleiben.
EVN: Versorgungsgeschäft mit langer Zahlungshistorie
EVN versorgt Haushalte und Unternehmen mit Energie und Wasser. Zum Geschäft gehören außerdem Netze, Energieerzeugung und internationale Projekte im Wasserbereich. Ein Teil der Erträge stammt aus regulierten Netzen, deren Entgelte staatlichen Vorgaben folgen. Andere Teile, etwa Energievertrieb und Erzeugung, hängen stärker von Marktpreisen, Verbrauch und Wetter ab.
Diese Mischung ist für Dividendenanleger interessant: Viele Leistungen werden dauerhaft benötigt. Gleichzeitig muss EVN viel in Netze und Anlagen investieren. Die Erträge werden außerdem von der Beteiligung an VERBUND beeinflusst, dessen Dividenden zum EVN-Ergebnis beitragen. Wer beide Aktien hält, hat dadurch eine zusätzliche Verbindung zwischen den beiden Depotpositionen.
Bei den Ausschüttungen zeichnet EVN eine besonders lange Historie aus. Seit dem Geschäftsjahr 1989/90 gab es für jedes Jahr eine Dividende. Für 2024/25 wurden im März 2026 wie im Vorjahr 0,90 Euro je Aktie ausgezahlt. Zum Vergleichskurs ergab das 3,3 Prozent Rendite.
Die Beträge waren über die Jahre unterschiedlich. Für 2022/23 bestand die Zahlung beispielsweise aus 0,52 Euro regulärer Dividende und 0,62 Euro Sonderdividende. EVN ist daher vor allem ein Kandidat für Anleger, denen die lange Zahlungsgeschichte und das Versorgungsgeschäft wichtiger sind als die höchste Rendite der Tabelle. Auch hier lohnt es sich, Zusatzbeträge von der laufenden Dividende zu trennen.
Vienna Insurance Group: Versicherungsgruppe mit regionaler Vielfalt
Zur Vienna Insurance Group, kurz VIG, gehören viele Versicherungsgesellschaften in Zentral- und Osteuropa. In Österreich sind etwa die Wiener Städtische und die Donau Versicherung Teil der Gruppe. Die Gesellschaften bieten Versicherungen für unterschiedliche Lebensbereiche an, von Auto und Haushalt bis Gesundheit und Vorsorge. Sie betreuen ihre Kunden unter eigenen, im jeweiligen Markt bekannten Marken.
Für Aktionäre entsteht daraus eine Beteiligung an mehreren Versicherungsunternehmen und Ländern. Der Gewinn hängt vom Versicherungsgeschäft und den Kapitalanlagen ab. Großschäden können ihn belasten. Der Vorteil der regionalen Verteilung liegt darin, dass sich die Geschäftsentwicklung auf mehrere Märkte stützt.
VIG hat seit dem Börsengang 1994 jedes Jahr eine Dividende gezahlt. Für 2025 wurden 1,73 Euro je Aktie beschlossen. Bezogen auf den Gewinn von 6,46 Euro je Aktie sind das rund 27 Prozent. Ein großer Teil des Gewinns blieb somit im Unternehmen. Ende 2025 lag die Solvenzquote bei 296 Prozent. Sie setzt das verfügbare aufsichtsrechtliche Kapital ins Verhältnis zum vorgeschriebenen Bedarf und zeigt hier einen deutlichen Kapitalpuffer.
Mit 2,6 Prozent ist die historische Dividendenrendite die niedrigste in unserem Vergleich. Für VIG sprechen deshalb eher die lange Zahlungshistorie, das regional verteilte Geschäft und die finanzielle Ausstattung als eine besonders hohe Sofortausschüttung. Die Dividendenpolitik zielt auf mindestens den Vorjahresbetrag und auf Steigerungen abhängig vom Geschäftsergebnis. In der Vergangenheit gab es trotz durchgehender Zahlungen auch Kürzungen.
Wie Sie aus der Auswahl eine passende Aktie finden
Möchten Sie vor allem eine hohe Ausschüttung erhalten, verdienen OMV und Post den ersten Blick. Bei OMV müssen Sie die variable Zusatzdividende gesondert betrachten. Bei der Post fällt der hohe Anteil des ausgeschütteten Gewinns ins Gewicht. VERBUND folgt in der Tabelle, doch ohne die Sonderzahlung lag seine Vergleichsrendite bei 3,2 statt 5,1 Prozent.
Für eine lange Zahlungshistorie sind EVN und VIG besonders interessant. A1 hat die Dividende über mehrere Jahre schrittweise erhöht. BAWAG, UNIQA und ANDRITZ bieten Beispiele für zuletzt steigende Ausschüttungen, allerdings mit unterschiedlichen Geschäftsrisiken. STRABAG ergänzt die Auswahl um Bau und Infrastruktur und ließ zuletzt einen großen Teil des Gewinns im Unternehmen.
Für einen heutigen Kauf zählt der heutige Preis
Die historischen Renditen helfen, die Unternehmen zu vergleichen. Für einen geplanten Kauf rechnen Sie die Dividende dagegen mit dem aktuellen Aktienpreis. Bei OMV ergaben 3,15 Euro reguläre Dividende zum Vergleichskurs von 47,52 Euro rund 6,6 Prozent. Bei einem beispielhaften Kaufpreis von 60 Euro wären dieselben 3,15 Euro nur noch 5,25 Prozent.
Jährliche Dividende je Aktie ÷ Kaufpreis je Aktie × 100 = Dividendenrendite in Prozent
Prüfen Sie vor dem Kauf auf der Investor-Relations-Seite des Unternehmens, ob bereits eine neue Dividende angekündigt oder beschlossen wurde. Für regelmäßige Einnahmen zählt außerdem, wie sich Geschäft und Gewinn entwickeln. Eine hohe Rendite, die durch einen stark gefallenen Kurs entsteht, verdient einen genaueren Blick auf den Grund des Kursrückgangs.
Die erhaltene Dividende und die Kursentwicklung ergeben zusammen den Ertrag Ihrer Anlage. Auch mehrere Dividendenzahlungen gleichen einen großen Kursverlust nicht automatisch aus. Wie Ausschüttungen und Aktienkurse zusammenhängen, erklärt unser Ratgeber zu Dividenden in Österreich.
Auch Unternehmen aus anderen Ländern berücksichtigen
Für ein Dividendenportfolio lohnt sich auch der Vergleich mit Unternehmen aus anderen Ländern und Branchen. UNIQA und VIG gehören beispielsweise beide zur Versicherungsbranche. EVN und VERBUND sind durch die Beteiligung zusätzlich miteinander verbunden. Ein Depot aus allen zehn Aktien wäre weiterhin stark auf Österreich und einige Branchen konzentriert.
Was von österreichischen Dividenden netto bleibt
Für Privatanleger mit steuerlichem Wohnsitz in Österreich fallen auf gewöhnliche Aktiendividenden regulär 27,5 Prozent Kapitalertragsteuer an. Aus 100 Euro Bruttodividende werden damit 72,50 Euro nach KESt und vor Gebühren. Die Rechnung berücksichtigt keinen steuerlichen Verlustausgleich.
Bei einem steuereinfachen Depot wird diese Steuer automatisch abgezogen. Für die Auswahl eines solchen Depots hilft der Vergleich steuereinfacher Broker in Österreich. Er behandelt auch Gebühren, die bei kleinen Ausschüttungen spürbar werden können. Wie Sie die ausgewählte Aktie anschließend kaufen, zeigt unser Ratgeber zum Aktienkauf in Österreich.
Für Leser mit steuerlichem Wohnsitz in Deutschland gelten andere Steuerregeln. Die hier beschriebenen Unternehmen lassen sich auch aus Deutschland kaufen, die österreichische Nettorechnung ist auf ein deutsches Depot jedoch nicht übertragbar.
Quellen geprüft am 6. Oktober 2026. Grundlage sind die 2026 ausgezahlten Dividenden für 2025 beziehungsweise bei EVN für 2024/25 und die Kurse zum Jahresende 2025.
Dieser Beitrag erklärt Grundlagen und ist keine Anlageberatung. Kurse und Kennzahlen dienen der Veranschaulichung.
Alle Ratgeber