Eine Aktie kaufen, ohne dabei mehr zu bezahlen als geplant: Dafür lässt sich im Kaufauftrag ein Limit setzen. Auch beim Verkauf können Sie vorgeben, welchen Preis Sie mindestens für Ihre Aktien erhalten möchten.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie eine Limit-Order funktioniert und wie Sie eine passende Preisgrenze wählen. Einfache Beispiele zeigen, was beim Kauf und Verkauf passiert. Außerdem erklären wir, warum ein Auftrag manchmal offen bleibt und wie Sie ihn ändern oder stornieren können.
Was ist eine Limit-Order?
Eine Order ist ein Auftrag zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Mit einer Limit-Order legen Sie eine Preisgrenze je Aktie fest: Beim Kauf ist es der höchste Preis, den Sie bezahlen möchten, beim Verkauf der niedrigste Preis, den Sie akzeptieren. So beschreibt es auch das Börsenlexikon der Deutschen Börse (externer Link).
Gebühren sind im Limit nicht enthalten. Sie kommen beim Kauf hinzu und werden beim Verkauf vom Erlös abgezogen.
So funktioniert das Limit beim Kauf und Verkauf
Die folgenden Beispiele zeigen, welche Preise Ihr Auftrag erlaubt. Wir verwenden dafür frei gewählte Aktienpreise und Gebühren, keine Konditionen eines bestimmten Brokers.
Aktien kaufen mit einem Limit von 50 Euro
Sie möchten zehn Aktien kaufen und höchstens 50 Euro je Stück bezahlen. Im Kaufauftrag tragen Sie deshalb zehn Stück ein und setzen das Kauflimit auf 50 Euro. Der Kauf darf zu diesem Preis oder günstiger ausgeführt werden, aber nicht darüber.
| Preis je Aktie bei der Ausführung | Mit diesem Kauflimit erlaubt? | Kaufpreis für zehn Aktien ohne Gebühren |
|---|---|---|
| 49,80 Euro | Ja | 498 Euro |
| 50,00 Euro | Ja | 500 Euro |
| 50,20 Euro | Nein | Kein Kauf zu diesem Preis |
Bei einem Kauf zu 50 Euro kosten die zehn Aktien zusammen 500 Euro. Mit einer angenommenen Kaufgebühr von 5 Euro benötigen Sie insgesamt 505 Euro. Zu 49,80 Euro je Aktie würden einschließlich derselben Gebühr 503 Euro abgebucht.
Werden die Aktien nur für 50,20 Euro angeboten, bleibt der Kaufauftrag offen. Ihr Anbieter erhöht das Limit nicht automatisch.
Aktien verkaufen mit einem Limit von 60 Euro
Sie besitzen zehn Aktien und möchten mindestens 60 Euro je Aktie erhalten. Mit einem Verkaufslimit von 60 Euro dürfen die Aktien zu diesem Preis oder höher verkauft werden.
Bei einer Ausführung zu 60 Euro beträgt der Erlös 600 Euro vor Gebühren und einem möglichen Steuerabzug. Zu 61 Euro wären es 610 Euro. Ein Verkauf zu 59 Euro ist mit diesem Auftrag ausgeschlossen.
Bietet ein Käufer bereits 61 Euro für die benötigte Stückzahl, kann der Auftrag unmittelbar ausgeführt werden. Sie müssen nicht erst warten, bis der Kurs genau 60 Euro erreicht.
Wie wählen Sie ein passendes Limit?
Sie können mit einem Limit zum aktuellen Angebot kaufen oder auf einen günstigeren Preis warten. Welche Grenze passt, hängt davon ab, was Sie für die ausgewählte Aktie bezahlen möchten. Bei der Einschätzung der Bewertung hilft Ihnen unser Ratgeber zum Kurs-Gewinn-Verhältnis.
Wenn Sie zum aktuellen Angebot kaufen möchten
Für einen Kauf schauen Sie auf den Briefkurs oder Ask am ausgewählten Handelsplatz. Das ist der Preis, zu dem die Aktie angeboten wird. Beim Verkauf achten Sie auf den Geldkurs oder Bid, also das Angebot der Käufer. Beide Begriffe erläutert die Wiener Börse: Briefkurs (externer Link) und Geldkurs (externer Link).
Wird die Aktie für 50,10 Euro angeboten und Sie möchten diesen Preis bezahlen, setzen Sie ein Kauflimit von 50,10 Euro. Sind ausreichend Aktien verfügbar, kann der Kauf sofort erfolgen. Steigt das Angebot vor der Ausführung über Ihr Limit, bleibt der Auftrag offen. Sind die Aktien inzwischen günstiger erhältlich, werden sie zum günstigeren Preis gekauft.
Warum Kauf- und Verkaufspreis voneinander abweichen und wie Sie den Unterschied beim Vergleich der Handelsplätze berücksichtigen, erklärt unser Ratgeber zum Spread bei Aktien.
Wenn Sie auf einen niedrigeren Kaufpreis warten möchten
Wird eine Aktie aktuell für 52 Euro angeboten, Sie möchten aber höchstens 50 Euro bezahlen, setzen Sie ein Kauflimit von 50 Euro. Der Auftrag wartet dann während seiner Gültigkeit auf ein passendes Angebot.
Bleiben die Angebote über 50 Euro, kommt der Kauf nicht zustande. Sie müssen Ihr Limit nicht erhöhen, nur weil der Kurs steigt. Ändern Sie es, wenn Sie die Aktie auch zum höheren Preis kaufen möchten.
Limit-Order oder Market-Order?
Bei einer Market-Order geben Sie keine Preisgrenze vor. Der Auftrag soll zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt werden. In manchen Kaufmasken heißt das „billigst“, beim Verkauf „bestens“. Diese Bezeichnungen versprechen keinen besonders günstigen Preis. Sie stehen für einen Auftrag ohne Limit.
Bewegt sich der Preis zwischen dem Absenden und der Ausführung, kann eine Market-Order teurer gekauft oder günstiger verkauft werden als erwartet. Bei einer Limit-Order bleibt Ihre Preisgrenze verbindlich. Den Unterschied beschreibt auch DEGIRO in seiner Erklärung zu Limit- und Market-Orders (externer Link).
| Ihre Vorgabe | Limit-Order | Market-Order |
|---|---|---|
| Höchster Kaufpreis oder niedrigster Verkaufspreis | Wird festgelegt | Wird nicht festgelegt |
| Ausführung bei einem ungünstigeren Preis | Außerhalb des Limits ausgeschlossen | Möglich |
| Was steht im Vordergrund? | Einhaltung Ihrer Preisgrenze | Möglichst schnelle Ausführung |
So geben Sie eine Limit-Order ein
Im Depot Ihrer Bank oder Ihres Brokers öffnen Sie den Kauf- oder Verkaufsauftrag. Wenn Sie noch kein Depot haben, erklärt unser Ratgeber Aktien kaufen in Österreich die Vorbereitung.
- Aktie auswählen. Prüfen Sie, ob der Auftrag das gewünschte Wertpapier betrifft und auf Kauf oder Verkauf steht.
- Stückzahl und Handelsplatz festlegen. Tragen Sie die Aktienzahl ein. Bei mehreren Handelsplätzen vergleichen Sie die angebotenen Preise und die Kosten Ihres Auftrags.
- Limit eintragen. Wählen Sie die Auftragsart „Limit“ und tragen Sie Ihre Preisgrenze je Aktie ein. Achten Sie auf die Währung, etwa Euro oder US-Dollar.
- Gültigkeit wählen. Legen Sie fest, wie lange der Auftrag offen bleiben darf, falls er nicht sofort ausgeführt wird.
- Auftrag prüfen und bestätigen. Kontrollieren Sie alle Angaben und die Kosten. Beim Kauf muss genug Geld für Aktien und Gebühren verfügbar sein. Nach dem Absenden zeigt die Auftragsübersicht, ob die Order offen, teilweise oder vollständig ausgeführt ist.
Wie lange soll der Auftrag gelten?
„Tagesgültig“ bedeutet, dass der offene Auftrag mit dem Ende des aktuellen Handelstags verfällt. Möchten Sie länger auf Ihren gewünschten Preis warten, können Sie je nach Anbieter ein Ablaufdatum wählen. Diese Einstellung wird auch Good-till-Date oder GTD genannt.
„Gültig bis auf Widerruf“ oder Good-till-Cancelled, kurz GTC, lässt einen Auftrag bis zur Ausführung oder Löschung bestehen. Der Anbieter kann eine maximale Laufzeit vorgeben. Prüfen Sie deshalb das Ablaufdatum in Ihrer Auftragsübersicht. Die Deutsche Börse erläutert diese Gültigkeitsbeschränkungen (externer Link).
Ein länger gültiger Auftrag kann auch Tage oder Wochen später ausgeführt werden. Kontrollieren Sie deshalb gelegentlich, ob Sie die Aktie zu diesem Preis weiterhin kaufen oder verkaufen möchten. Die Handelszeiten in Wien finden Sie in unserem Ratgeber zu Handelszeiten und Feiertagen der Wiener Börse.
Warum wird eine Limit-Order nicht ausgeführt?
Prüfen Sie zuerst, ob die aktuellen Angebote innerhalb Ihres Limits liegen. Manchmal scheint der Kurs zu passen, obwohl der Kaufpreis über Ihrer Grenze liegt. Ein Chart zeigt häufig den zuletzt gehandelten Preis. Der kann von einem anderen Handelsplatz stammen oder zeitverzögert sein. Für Ihren Auftrag zählen die aktuellen Kauf- oder Verkaufsangebote am gewählten Handelsplatz.
Bei einem passenden Preis kann die verfügbare Aktienzahl für Ihren Auftrag zu klein sein. Auch andere Aufträge können vor Ihnen an der Reihe sein: Im fortlaufenden Handel auf Xetra zählen Preis und Eingangszeit. Bei gleicher Preisgrenze werden früher eingegangene Aufträge zuerst berücksichtigt. Die Deutsche Börse beschreibt diese Preis-Zeit-Priorität (externer Link).
Kontrollieren Sie außerdem, ob der Handelsplatz geöffnet und Ihre Order aktiv ist. Wurde sie abgelehnt, zeigt der Anbieter den Grund in den Auftragsdetails an.
Was bedeutet „teilweise ausgeführt“?
Von zehn bestellten Aktien wurden zunächst nur vier gekauft. Die übrigen sechs bleiben bei einem normalen Limitauftrag offen, bis sie ebenfalls gekauft werden, der Auftrag abläuft oder Sie ihn stornieren.
Die einzelnen Käufe können zu verschiedenen Preisen erfolgen, etwa vier Aktien zu 49,80 Euro und sechs zu 50 Euro. Jede Ausführung muss Ihr Kauflimit einhalten. Im Beispiel kosten die Aktien zusammen 499,20 Euro vor Gebühren.
Ob für mehrere Ausführungen zusätzliche Gebühren anfallen, etwa an verschiedenen Tagen, steht im Preisverzeichnis Ihres Anbieters. Die Unterschiede erläutert die Deutsche Börse in ihrem Beitrag zu Teilausführungen (externer Link).
Eine offene Order ändern oder stornieren
In der Auftragsübersicht Ihres Anbieters wählen Sie die offene Order zum Ändern oder Stornieren aus.
Bei flatex lässt sich eine Order beispielsweise über das Orderbuch auswählen und ändern. Nicht jede Einstellung ist nachträglich anpassbar. In manchen Fällen muss der Auftrag gelöscht und neu erteilt werden, wie flatex in seiner Hilfe zur Orderänderung (externer Link) erklärt.
Warten Sie auf die Bestätigung der Änderung oder Stornierung. Solange der alte Auftrag aktiv ist, kann er noch ausgeführt werden. Erteilen Sie einen Ersatzauftrag erst nach der Bestätigung, damit nicht beide Aufträge ausgeführt werden.
Eine Stornierung betrifft nur den offenen Rest. Bereits gekaufte Aktien bleiben im Depot. Sind von zehn gewünschten Aktien vier gekauft, fehlen noch sechs. Berücksichtigen Sie das bei der Stückzahl Ihres Ersatzauftrags.
Wie unterscheidet sich eine Limit-Order von einer Stop-Order?
Soll ein Verkauf erst bei einem Kursrückgang ausgelöst werden, brauchen Sie einen anderen Auftrag als das bisher erklärte Verkaufslimit.
Angenommen, Käufer bieten gerade 100 Euro je Aktie. Sie möchten erst bei einem Rückgang auf 90 Euro verkaufen. Ein gewöhnliches Verkaufslimit von 90 Euro erlaubt einen Verkauf zu diesem Preis oder mehr, also auch sofort zum vorhandenen Angebot von 100 Euro.
Für einen Auftrag, der erst bei einem Kursrückgang aktiviert werden soll, gibt es Stop-Orders. Eine Stop-Market-Order wird bei Erreichen des festgelegten Stop-Preises zu einem Verkaufsauftrag ohne Preislimit. Der tatsächliche Verkaufspreis kann dann unter dem Stop-Preis liegen.
Eine Stop-Limit-Order wird nach dem Auslösen dagegen zu einer Limit-Order. Sie hat zwei Preisangaben: den Stop-Preis für die Aktivierung und das Limit für die anschließende Ausführung. Fällt die Aktie schnell unter das Verkaufslimit, kann der Verkauf ausbleiben. Die Wiener Börse erläutert beide Stop-Ordertypen (externer Link).
Dieser Beitrag erklärt Grundlagen und ist keine Anlageberatung. Kurse und Kennzahlen dienen der Veranschaulichung.
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