Bei der Suche nach einem ETF-Sparplan gibt es im Wesentlichen zwei Entscheidungen: Welcher ETF soll bespart werden, und bei welcher Bank oder welchem Broker soll der Sparplan laufen?
Die Auswahl wird leichter, wenn man diese Fragen nacheinander beantwortet. Hier erfahren Sie, worauf es beim ETF ankommt, wie Sie die Kosten verschiedener Angebote vergleichen und warum die Steuerabwicklung in Österreich bei der Depotwahl eine wichtige Rolle spielt. Danach können Sie Ihren Sparplan Schritt für Schritt einrichten.
Was Sie mit einem ETF-Sparplan kaufen
Ein ETF-Sparplan ist ein Auftrag an Ihre Bank oder Ihren Broker, regelmäßig Geld in einen bestimmten ETF zu investieren. Sie legen den Betrag und den Rhythmus fest, zum Beispiel 100 Euro im Monat. Der Anbieter kauft dafür automatisch Fondsanteile und legt sie in Ihrem Wertpapierdepot ab. Sie müssen also nicht jeden Monat selbst einen Kaufauftrag erteilen.
Ein ETF ist ein Fonds, dessen Anteile an der Börse gehandelt werden. Viele Aktien-ETFs bilden einen Index nach. Dieser legt fest, welche Unternehmen im Fonds enthalten sind und wie stark sie gewichtet werden. Mit einem Anteil an einem solchen ETF investieren Sie damit in viele Unternehmen auf einmal.
Wie viele Anteile Sie für Ihre Sparrate erhalten, hängt vom Kurs am Kauftag ab. Bei einem niedrigeren Kurs bekommen Sie mehr, bei einem höheren weniger. Anbieter, die Bruchstücke kaufen, können auch Beträge investieren, die für einen ganzen Anteil nicht reichen.
Ein Aktien-ETF eignet sich für den langfristigen Vermögensaufbau. Sein Wert schwankt mit den Aktienkursen und kann auch über längere Zeit fallen. Geld für die nächste größere Anschaffung oder für unerwartete Rechnungen bleibt deshalb besser auf einem Bankkonto. Die ETF-Erklärung der FMA (externer Link) beschreibt diese Grundlagen.
Welcher ETF passt zu Ihrem Sparplan?
Bei der Suche nach einem ETF begegnen Ihnen Fonds für ganze Aktienmärkte, einzelne Länder und bestimmte Branchen. Entscheidend ist zunächst, worin Sie investieren möchten. Wer mit einem einzigen Sparplan Aktien aus vielen Ländern halten möchte, sucht nach einem breit gestreuten, weltweit anlegenden Aktien-ETF. Ein Fonds auf eine einzelne Branche, etwa Technologie, setzt dagegen einen gezielten Schwerpunkt.
Schauen Sie deshalb zuerst auf den Index und die Zusammensetzung des Fonds. Das Factsheet zeigt, welche Länder und Branchen vertreten sind und welche Unternehmen den größten Anteil ausmachen. So erkennen Sie, ob der ETF tatsächlich die Anlage bietet, die Sie suchen. Der Fondsname allein ist dafür oft zu ungenau.
Haben Sie mehrere ETFs gefunden, die denselben Index abbilden, lassen sich ihre laufenden Kosten gut vergleichen. Die dafür häufig verwendete Kennzahl heißt TER. Sie gibt die jährlichen laufenden Fondskosten als Prozentsatz an. Bei einer TER von 0,20 Prozent entsprechen diese rechnerisch 2 Euro im Jahr je 1.000 Euro Fondsvermögen. Die Kosten werden innerhalb des Fonds verrechnet, nicht als eigene Rechnung an Sie geschickt. Die TER finden Sie im Basisinformationsblatt und meist auch im Factsheet.
Sollen Erträge ausgezahlt oder wieder angelegt werden?
Viele ETFs gibt es in einer ausschüttenden und einer thesaurierenden Variante. Ein ausschüttender ETF zahlt Erträge auf Ihr Konto aus. Ein thesaurierender ETF behält sie im Fonds und legt sie wieder an. Wenn Sie langfristig Vermögen aufbauen möchten und das Geld ohnehin wieder investieren würden, nimmt Ihnen die thesaurierende Variante diesen Schritt ab. Mit einer ausschüttenden Variante erhalten Sie dagegen regelmäßige Auszahlungen.
Notieren Sie die ISIN Ihrer gewählten Variante. Diese Wertpapierkennnummer hilft Ihnen, beim Broker genau den richtigen ETF zu finden. Ähnlich klingende Namen können unterschiedliche Fonds oder Anteilsklassen bezeichnen. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Was die ISIN über ein Wertpapier verrät.
Bei welcher Bank oder welchem Broker?
Sobald Sie einen ETF ausgewählt haben, können Sie gezielt nach einem passenden Depot suchen. Prüfen Sie zunächst, ob der Anbieter Depots für Kunden in Österreich eröffnet und Ihren ETF als Sparplan anbietet. In der Wertpapiersuche lässt sich das meist anhand der ISIN feststellen.
Beim Vergleich sind vor allem die Depotgebühr und die Gebühr für jede Sparplanausführung interessant. Die Depotgebühr bezahlen Sie für das Depot, die Ausführungsgebühr für den regelmäßigen Kauf der ETF-Anteile. Einige Angebote verzichten auf die Ausführungsgebühr für bestimmte ETFs. Ein solches Modell finden Sie beispielsweise im Sparplanangebot von flatex Österreich (externer Link). Auch bei diesen ETFs fallen die laufenden Fondskosten an.
Rechnen Sie die Gebühren mit Ihrer eigenen Sparrate durch. Gerade bei kleinen Beträgen macht eine feste Kaufgebühr einen spürbaren Unterschied. Das folgende Beispiel zeigt einen Sparplan, bei dem zusätzlich zur Anlage jeweils 1 Euro Ausführungsgebühr abgebucht wird.
| Anlage | Abbuchung | Gebühr |
|---|---|---|
| 50 Euro | 51 Euro | 2 % |
| 100 Euro | 101 Euro | 1 % |
| 200 Euro | 201 Euro | 0,5 % |
Bei einer Sparrate von 50 Euro entspricht die Kaufgebühr somit 2 Prozent des Anlagebetrags. Bei 200 Euro sind es nur 0,5 Prozent. Wenn Sie monatlich einen kleinen Betrag anlegen möchten, lohnt sich deshalb die Suche nach einer günstigen oder gebührenfreien Ausführung.
Werfen Sie außerdem einen Blick auf die Gebühren für einen späteren Verkauf. Diese können anders berechnet werden als die Sparplankäufe. Zum Börsenhandel gehört auch der Spread, also der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Er steckt im Handelspreis. Eine Übersicht der verschiedenen Kosten liefert die Bundesbank-Studie „Navigationshilfen im ETF-Dschungel“ (externer Link).
Wenn mehrere Angebote preislich ähnlich sind, wird die praktische Handhabung wichtig: Finden Sie sich in der App zurecht? Können Sie die Sparrate einfach ändern? Und übernimmt der Anbieter die österreichische Steuerabwicklung?
Warum ein steuereinfaches Depot in Österreich hilfreich ist
Bei einem steuereinfachen Depot berechnet der Anbieter die österreichische Kapitalertragsteuer und führt sie ab. Das erspart Ihnen bei den üblichen privaten ETF-Anlagen die eigene Berechnung und Erklärung dieser Erträge. Bei einem Depot ohne österreichischen Steuerabzug müssen Sie sich selbst um die Steuererklärung kümmern. Wie der inländische Steuerabzug funktioniert, erläutert das Bundesministerium für Finanzen (externer Link).
Prüfen Sie deshalb vor der Eröffnung ausdrücklich, ob der Broker die österreichische Steuer abführt. Ein Steuerbericht, den Sie für Ihre Erklärung verwenden können, ist eine andere Leistung. Diese Frage betrifft Anleger mit steuerlichem Wohnsitz in Österreich. Wer in Deutschland steuerlich ansässig ist, benötigt die deutsche Steuerabwicklung.
Beim ETF selbst ist der Status als KESt-Meldefonds wichtig. Solche Fonds melden die für die österreichische Besteuerung nötigen Daten. Sie können den Status mit der ISIN in den Steuerdaten der Oesterreichischen Kontrollbank (externer Link) nachschlagen. Bei Nichtmeldefonds werden steuerliche Erträge pauschal ermittelt, was zu einer ungünstigeren Besteuerung führen kann.
Auch ein thesaurierender ETF kann Steuer auslösen, obwohl er nichts auf Ihr Konto auszahlt. Der Fachbegriff dafür lautet „ausschüttungsgleiche Erträge“. Diese sind im Investmentfondsgesetz (externer Link) geregelt. Bei einem steuereinfachen Depot kann die Steuer daher vom Verrechnungskonto abgebucht werden. Lassen Sie dort neben dem Geld für die Sparrate auch Guthaben für solche Abbuchungen stehen.
Mit welchem Betrag anfangen?
ETF-Sparpläne werden bereits ab kleinen Beträgen angeboten. Sie brauchen also keine große Einmalanlage, um zu beginnen. Den Mindestbetrag finden Sie in den Sparplanbedingungen des Anbieters.
Wenn Sie Ihre monatliche Sparrate schon kennen, können Sie damit die Angebote vergleichen. Wenn Sie sie erst festlegen möchten, hilft ein Blick auf die Ausgaben eines ganzen Jahres. Versicherungen, Urlaub oder größere Anschaffungen werden leicht übersehen, wenn man nur einen einzelnen Monat betrachtet. Planen Sie außerdem eine Geldreserve für unerwartete Rechnungen ein, getrennt vom ETF-Depot.
Sie müssen sich mit der ersten Rate nicht dauerhaft festlegen. Sie können mit einem kleineren Betrag beginnen und ihn später erhöhen. Umgekehrt lässt sich der Sparplan reduzieren oder pausieren, wenn Sie das Geld für etwas anderes brauchen.
So richten Sie Ihren ETF-Sparplan ein
Für die Einrichtung brauchen Sie ein Wertpapierdepot, die ISIN des ETF und Ihre gewünschte Sparrate. Den Rest erledigen Sie im Onlinebanking oder in der App des Brokers.
- Depot eröffnen. Füllen Sie den Antrag aus und schließen Sie die Identitätsprüfung ab. Wenn Sie bereits ein passendes Depot haben, können Sie es verwenden.
- ETF suchen. Geben Sie die ISIN in die Wertpapiersuche ein und öffnen Sie die Sparplanfunktion für diesen ETF.
- Betrag und Termin einstellen. Wählen Sie die Sparrate, den Rhythmus und den Ausführungstermin. Ein Termin nach dem Gehaltseingang erleichtert die Finanzierung.
- Zahlung einrichten. Manche Anbieter ziehen das Geld per Lastschrift ein, andere verwenden das Guthaben auf dem Verrechnungskonto. Bei Letzteren können Sie das Geld mit einem Dauerauftrag rechtzeitig überweisen.
- Auftrag bestätigen. Kontrollieren Sie den ETF, den Betrag, den ersten Kauftermin und die angezeigten Kosten. Nach der Bestätigung laufen die weiteren Käufe automatisch.
Nach dem ersten Kauf finden Sie die ETF-Anteile im Depot und eine Abrechnung in Ihrem Postfach. Darin sehen Sie, wie viel investiert wurde, wie viele Anteile Sie erhalten haben und welche Gebühren angefallen sind.
Was passiert, wenn Sie den Sparplan stoppen?
Einen Sparplan zu beenden heißt, die künftigen Käufe zu stoppen. Ihre bereits gekauften ETF-Anteile bleiben im Depot und entwickeln sich weiter mit dem Fonds. Das gilt auch, wenn Sie die Rate reduzieren oder den Sparplan vorübergehend pausieren. Änderungen nehmen Sie im Sparplanmenü vor. Dort sehen Sie auch, ab welchem Termin sie gelten.
Wenn Sie Geld aus dem ETF entnehmen möchten, verkaufen Sie dafür Anteile mit einem eigenen Verkaufsauftrag. Sie können also die regelmäßigen Einzahlungen und einen späteren Verkauf unabhängig voneinander steuern.
Für die Auswahl Ihres ersten Sparplans halten Sie am besten die ISIN des ETF, Ihre monatliche Rate und die Gebühren der infrage kommenden Depots fest. Prüfen Sie dazu die österreichische Steuerabwicklung und den Meldefondsstatus. Damit haben Sie die Angaben beisammen, um zwei Angebote konkret zu vergleichen und anschließend Ihren Sparplan einzurichten.
Quellenstand: 3. Oktober 2026.
Dieser Beitrag erklärt Grundlagen und ist keine Anlageberatung. Kurse und Kennzahlen dienen der Veranschaulichung.
Alle Ratgeber